Meta stoppt politische Werbung – was das für Behörden bedeutet
Meta (Facebook, Instagram, Threads) zieht den Stecker: Ab Oktober 2025 wird es in der EU keine politischen, Wahl- und gesellschaftspolitischen Anzeigen mehr geben. Hintergrund sind neue EU-Vorgaben zur Transparenz politischer Werbung – die Anforderungen sind Meta zu komplex. Deshalb wird das Format politische Werbung komplett gestrichen.
Für Behörden in Deutschland ist die Frage klar: Was heißt das konkret für uns?
Was verboten wird
Meta selbst schreibt: „We will stop allowing political, electoral and social issue ads in the European Union starting in October 2025.“
Das bedeutet:
- Politische Werbung (Parteien, Programme, Positionen)
- Wahlwerbung (Aufrufe, Kandidierende, Listen)
- Gesellschaftspolitische Themen (Klimaschutz, Migration, Demokratie-Kampagnen etc.)
Diese Ads sind ab Oktober nicht mehr buchbar – egal ob von Parteien, NGOs oder Behörden.
Was weiterhin geht
Wichtig: Nicht alle Anzeigen sind betroffen.
Meta grenzt klar ab:
👉 Kommerzielle Werbung bleibt erlaubt. Dazu zählen z. B.:
- Stellenanzeigen von Städten, Kommunen, Polizei, Kitas usw.
- Ausbildungsmarketing („Mach Karriere bei der Stadt XY“)
- Imageanzeigen mit klarem Recruiting- oder Service-Bezug
Das ist keine „politische“ Werbung, sondern Recruiting oder Service – und fällt nicht unter das Verbot.
Beispiele: erlaubt oder verboten?
| Beispiel-Anzeige | Status ab Okt 2025 |
| „Die Stadt XY sucht Verwaltungsfachangestellte (m/w/d) – jetzt bewerben.“ | ✅ erlaubt |
| „Ausbildung bei der Feuerwehr – sichere Zukunft, gute Perspektiven.“ | ✅ erlaubt |
| „Geht wählen – stärkt die Demokratie.“ | ❌ verboten |
| „Klimaschutz ist unsere Zukunft – mach mit beim städtischen Programm.“ | ❌ verboten |
| „Stadt XY informiert: Neue Mülltrennung ab 2026″ | ❌ verboten |
| „Jetzt Grundsteuer digital einreichen – so funktioniert’s“ | ✅ erlaubt (Service-Info) |
Was das für Behörden bedeutet
- Recruiting bleibt möglich. Ihr könnt weiterhin gezielt auf Facebook & Instagram für offene Stellen werben.
- Politische Kommunikation verliert Reichweite. Wahlaufrufe, Demokratie-Kampagnen oder politische Programme lassen sich nicht mehr via Paid Ads verbreiten.
- Organische Posts funktionieren weiterhin. Über eure Kanäle könnt ihr solche Inhalte posten – nur eben ohne bezahlte Reichweitenverstärkung.
- Grauzonen beachten. Themen wie Diversität, Integration oder Nachhaltigkeit können als „social issue“ gewertet werden. Hier ist Vorsicht geboten.
Unser Fazit
Für Behörden ist das Meta-Verbot kein Recruiting-Problem – Stellenanzeigen sind weiterhin möglich.
Die Herausforderung liegt im Bereich politischer Image- und Aufklärungskampagnen. Wer Bürger:innen zu Demokratieprojekten, Klima- oder Gesellschaftsthemen erreichen will, muss ab Herbst 2025 andere Kanäle oder Strategien nutzen.
👉 Amtshelden-Tipp: Trennt künftig sauber zwischen Recruiting (weiterhin bewerbbar) und gesellschaftspolitischer Kommunikation (organisch oder über alternative Kanäle). Wer hier klar strukturiert, behält Reichweite – trotz Metas Werbestopp.
Quellen & weiterführende Links
- Meta Newsroom: Ending Political, Electoral and Social Issue Advertising in the EU (25.07.2025)
- AP News: Meta will cease political ads in European Union by fall, blaming bloc’s new rules
- Financial Times: Meta to pull political ads in EU in response to new disinformation rules
- Meta Business Help Center: Ads About Social Issues, Elections or Politics
- EU-Verordnung 2024/900: Transparency and Targeting of Political Advertising (TTPA)
Solltest du Fragen oder Anmerkungen haben, schicke uns gerne eine E-Mail an hallo@amtshelden.de. Ihr kommt in eurer Stadt mit Social Media nicht wirklich voran? Dann haben wir vielleicht was für dich – schau dir mal unser Amtfluencer-Programm an.
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