Behörden unter Bewertung: Warum Kununu mehr über Verwaltungskultur verrät als viele denken
Arbeitgeberbewertungen sind längst Teil moderner Behördenkommunikation
Viele Behörden investieren inzwischen erhebliche Ressourcen in Recruiting, Employer Branding und Personalmarketing. Karrierewebseiten werden modernisiert, Social-Media-Kanäle aufgebaut und Kampagnen entwickelt, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Gleichzeitig gibt es einen Bereich, der in vielen Verwaltungen noch immer unterschätzt wird, obwohl er für Bewerbende längst eine zentrale Rolle spielt: Arbeitgeberbewertungen auf Plattformen wie Kununu.
Denn die Realität hat sich verändert. Wer sich heute bei einer Behörde bewirbt, informiert sich vorher umfassend. Menschen googeln Organisationen, lesen Erfahrungsberichte und versuchen herauszufinden, wie sich ein Arbeitgeber tatsächlich anfühlt. Genau an dieser Stelle wird Kununu relevant. Die Plattform liefert keinen kuratierten Blick auf die Organisation, sondern subjektive Erfahrungsberichte von Menschen, die dort arbeiten oder gearbeitet haben.
Und genau deshalb wirkt sie oft glaubwürdiger als jede Hochglanzbroschüre.
Im Podcast beschreibt Anna Carla Springob Kununu deshalb nicht als klassisches Marketingtool, sondern als „Transparenzraum“. Dieser Begriff trifft die aktuelle Entwicklung ziemlich präzise. Denn Arbeitgeberbewertungen machen sichtbar, was Organisationen häufig lieber intern halten würden: Führungsverhalten, Kommunikationskultur, Zusammenarbeit, Konflikte oder die Frage, ob moderne Arbeitskultur tatsächlich gelebt wird.
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Weitere InformationenGerade für Behörden ist das eine enorme Veränderung. Verwaltung war über Jahrzehnte kaum daran gewöhnt, öffentlich als Arbeitgeber bewertet zu werden. Heute gehört genau das zunehmend zur Normalität.
Über Behörden wird gesprochen – unabhängig davon, ob sie mitmachen
Ein zentraler Denkfehler vieler Organisationen besteht noch immer darin zu glauben, dass man Arbeitgeberbewertungen vermeiden kann, indem man die Plattform ignoriert. Genau das funktioniert längst nicht mehr.
Denn Bewertungen entstehen unabhängig davon, ob eine Behörde aktiv auf Kununu vertreten ist oder nicht. Mitarbeitende, ehemalige Beschäftigte und Bewerbende können jederzeit Kommentare hinterlassen. Das bedeutet: Die Gespräche finden ohnehin statt.
Und genau deshalb wird Nichtstun selbst zu einem kommunikativen Signal.
Bewerbende schauen heute nicht nur auf die Bewertungen selbst, sondern auch darauf, wie Organisationen mit ihnen umgehen. Gibt es Antworten? Wird Kritik ernst genommen? Reagiert die Behörde professionell und sichtbar? Oder entsteht der Eindruck, dass öffentliche Rückmeldungen lieber ignoriert werden?
Gerade dieser Umgang prägt zunehmend die Wahrnehmung moderner Arbeitgebermarken.
Denn Menschen erwarten heute Transparenz. Niemand geht davon aus, dass jede Organisation perfekt ist. Aber viele Bewerbende erwarten, dass Arbeitgeber sichtbar, ansprechbar und dialogfähig sind. Genau dort entscheidet sich häufig, ob eine Behörde modern und glaubwürdig wirkt oder eben nicht.
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Kununu macht Organisationskultur sichtbar
Besonders spannend ist die Frage, was Arbeitgeberbewertungen eigentlich sichtbar machen. Denn häufig geht es dort gar nicht primär um Gehalt oder Benefits. Viel häufiger tauchen Themen wie Kommunikation, Führung, Wertschätzung, interne Zusammenarbeit oder Veränderungsbereitschaft auf.
Und genau deshalb wirken Bewertungen häufig wie ein Spiegel der Organisationskultur.
Natürlich sind Bewertungen subjektiv. Natürlich gibt es persönliche Erfahrungen, Frust oder einzelne Konflikte. Aber sobald sich bestimmte Themen wiederholen, entsteht ein Muster. Wenn mehrere Menschen ähnliche Probleme bei interner Kommunikation oder Führung beschreiben, lässt sich das kaum noch als Einzelfall abtun.
Gleichzeitig zeigen positive Bewertungen ebenfalls sehr deutlich, was Mitarbeitende an einer Organisation schätzen. Besonders interessant ist dabei, dass viele positive Kommentare oft nicht von Benefits oder Zusatzleistungen handeln, sondern von Haltung, Vertrauen, Teamkultur oder Sinnhaftigkeit der Arbeit.
Gerade Behörden besitzen in diesen Bereichen enormes Potenzial. Der öffentliche Dienst bietet gesellschaftliche Relevanz, Stabilität und häufig eine hohe Identifikation mit der Aufgabe. Allerdings reicht es nicht mehr aus, diese Werte nur intern anzunehmen. Sie müssen sichtbar erlebt werden.
Und genau dort wird Kununu zu einem wichtigen Resonanzraum.
Warum viele Behörden trotzdem Angst vor Bewertungen haben
Die Unsicherheit vieler Verwaltungen ist nachvollziehbar. Öffentliche Kritik erzeugt schnell das Gefühl von Kontrollverlust. Gerade Organisationen mit klassischen Verwaltungsstrukturen tun sich häufig schwer damit, externe Bewertungen offen zuzulassen.
Doch genau hier zeigt sich ein grundlegender Kulturwandel.
Moderne Kommunikation bedeutet heute nicht mehr vollständige Kontrolle über Informationen. Stattdessen geht es zunehmend darum, sichtbar und professionell mit öffentlichem Feedback umzugehen. Genau deshalb ist der Umgang mit Bewertungen oft wichtiger als die Bewertung selbst.
Eine Organisation, die auf Kritik sachlich reagiert, Gesprächsbereitschaft signalisiert und sichtbar präsent bleibt, wirkt deutlich glaubwürdiger als eine Behörde, die jede öffentliche Rückmeldung ignoriert.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, jede Kritik schönzureden oder defensiv zu reagieren. Viel wichtiger ist die Haltung dahinter. Wer Bewertungen ernst nimmt, zeigt Offenheit. Wer sichtbar antwortet, signalisiert Dialogfähigkeit. Und wer Feedback als Lernchance versteht, wirkt moderner als viele perfekt inszenierte Arbeitgeberkampagnen.
Arbeitgeberbewertungen werden zum Kulturtest für Behörden
Die Diskussion über Kununu ist deshalb viel größer als die Frage nach Sternen oder Rankings. Eigentlich geht es um die Zukunft moderner Verwaltungskultur.
Denn Plattformen wie Kununu machen sichtbar, ob Organisationen tatsächlich bereit sind, transparenter zu kommunizieren, Feedback ernst zu nehmen und sich als moderne Arbeitgeber weiterzuentwickeln.
Gerade deshalb sollten Behörden Arbeitgeberbewertungen nicht länger nur als Risiko betrachten. Sie bieten die Chance, ehrlicher sichtbar zu werden, interne Entwicklungen besser zu verstehen und moderne Arbeitgeberkommunikation glaubwürdig zu gestalten.
Denn am Ende entsteht Vertrauen nicht durch perfekte Außendarstellung.
Sondern durch glaubwürdige Kultur.
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