3,5 Jahre Amtfluencer-Programm in München: Vom Pilotprojekt zur Institution
Vor dreieinhalb Jahren startete die Stadt München mit 16 Amtfluencerinnen und Amtfluencern. Heute sind es rund 40 – und weitere Mitarbeitende möchten Teil des Programms werden.
Steffi begleitet das Programm seit Beginn. Im Gespräch mit Julia und Christian erzählt sie, was sich seit der Pilotphase verändert hat und was erstaunlich konstant geblieben ist. Es geht um Zeit, Rückendeckung durch Führungskräfte, Lernreisen und die Frage, wie ein Programm lebendig bleibt, wenn der erste Reiz des Neuen längst vorbei ist.
Vor allem zeigt die Erfahrung aus München einen Effekt, den viele Behörden zu Beginn kaum auf dem Schirm haben: Amtfluencer wirken nicht nur nach außen. Sie verbinden Menschen innerhalb der Organisation, machen andere Arbeitsbereiche sichtbar und können Silos durchlässiger machen.
Und sie zeigen, dass nicht jede mögliche Schwierigkeit vor dem Start geklärt sein muss.
Stefanie Nimmerfall

Stefanie Nimmerfall arbeitet seit 2009 bei der Landeshauptstadt München und beschäftigt sich dort seit vielen Jahren mit Personalmarketing und Social Media. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Betreuung der Social-Media-Kanäle der Stadt, insbesondere LinkedIn. Gemeinsam mit ihrer damaligen Kollegin Diana Heffels entwickelte sie das erste Amtfluencer-Programm der Landeshauptstadt München.
Gestartet ist das Programm mit 16 Beschäftigten. Heute gehören rund 40 Amtfluencerinnen und Amtfluencer dazu, weitere Interessierte stehen bereits auf der Liste. Steffi begleitet die Auswahl neuer Teilnehmender, organisiert Lernreisen und Austauschformate und entwickelt das Programm inhaltlich weiter. Auch die Evaluation gehört dazu: Neben Followerzahlen und veröffentlichten Beiträgen betrachtet sie beispielsweise externe Anfragen, Einladungen, Auszeichnungen und die Rückmeldungen der Teilnehmenden.
Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist die Frage, wie ein solches Programm über mehrere Jahre lebendig bleibt. Dazu gehören regelmäßiger Austausch, Weiterbildung und persönliche Treffen ebenso wie ausreichend Zeit für die Beteiligten und Rückendeckung durch Führungskräfte.
Ihre Erfahrung bringt Steffi inzwischen auch außerhalb Münchens ein. Für Amtshelden begleitet sie Kommunen, Bundesbehörden und andere öffentliche Organisationen beim Aufbau eigener Amtfluencer-Programme und arbeitet mit ihnen an den Voraussetzungen, Zielen und konkreten Abläufen.
