Amtfluencer: Warum echte Einblicke in den Arbeitsalltag mehr bewirken als jede Kampagne
Organisationen investieren viel Aufwand in Kommunikation. Kampagnen werden geplant, Botschaften abgestimmt, Inhalte freigegeben.
Trotzdem bleibt häufig ein Problem: Viele Menschen verstehen nicht, wie Organisationen tatsächlich funktionieren.
Gerade in der Verwaltung oder in öffentlichen Unternehmen ist der Arbeitsalltag für Außenstehende oft unsichtbar. Entscheidungen wirken abstrakt, Abläufe schwer nachvollziehbar.
Genau hier entsteht eine neue Rolle: Amtfluencer.
Menschen aus der Organisation selbst beginnen, ihren Arbeitsalltag zu zeigen. Nicht als Kampagne, sondern als persönliche Perspektive auf ihre Arbeit.
Ein Beispiel dafür ist Matthias Tobola, Straßenbahnfahrer bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Auf Social Media erklärt er, wie der Alltag im öffentlichen Nahverkehr wirklich aussieht – und warum Dinge manchmal anders laufen, als Fahrgäste erwarten.
Instagram @mathias_tobola
TikTok @dertramfuehrer
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Weitere InformationenWas Amtfluencer eigentlich tun
Organisation erklären
Amtfluencer zeigen nicht nur ihren Arbeitsplatz. Sie übersetzen Organisation.
Viele Abläufe innerhalb von Behörden oder öffentlichen Unternehmen sind komplex. Für Außenstehende bleibt oft unklar:
- warum Prozesse länger dauern
- warum Entscheidungen nicht sofort umgesetzt werden
- warum im Alltag scheinbar kleine Dinge große Auswirkungen haben
Amtfluencer können genau diese Zusammenhänge erklären.
Nicht abstrakt.
Sondern anhand konkreter Situationen.
Zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr:
- Warum entstehen Verspätungen?
- Welche Rolle spielen Ampelschaltungen?
- Was passiert, wenn Fahrgäste Türen aufhalten?
Solche Situationen sind für Mitarbeitende Alltag. Für Außenstehende sind sie oft überraschend.
Beispiel BVG: Wenn ein Straßenbahnfahrer Social Media nutzt
Ein besonders anschauliches Beispiel ist der BVG-Straßenbahnfahrer Matthias Tobola.
Er begann damit, kurze Videos über seinen Arbeitsalltag zu posten. Ohne Kampagne. Ohne Kommunikationsstrategie.
Einfach aus dem Wunsch heraus, zu zeigen, wie der Beruf tatsächlich aussieht.
Heute folgen ihm mehrere zehntausend Menschen auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube.
Seine Inhalte zeigen Situationen, die viele Fahrgäste kennen – aber selten verstehen.
Genau das macht sie relevant.
Beispiel Social Media Content
Warum Amtfluencer Vertrauen schaffen
Klassische Organisationskommunikation funktioniert anders als persönliche Kommunikation.
Organisationen sprechen oft:
- vorsichtig
- abgestimmt
- strategisch formuliert
Amtfluencer sprechen aus Erfahrung.
Das bedeutet nicht, dass sie alles unkontrolliert veröffentlichen. Aber ihre Perspektive ist eine andere.
Sie erzählen aus ihrem Arbeitsalltag.
Und genau dadurch entsteht Glaubwürdigkeit.
Menschen vertrauen eher einer Person, die ihre Arbeit erklärt, als einer Kampagne, die ein Image transportiert.
Wenn Kommunikation plötzlich Recruiting wird
Ein Effekt zeigt sich häufig erst später.
Wenn Menschen den Arbeitsalltag verstehen, wird ein Beruf plötzlich vorstellbar.
Im Gespräch in unserem Podcast berichtet Matthias Tobola, dass sich im vergangenen Jahr acht Menschen direkt wegen seiner Inhalte bei der BVG beworben haben.
Das ist kein klassisches Recruiting.
Es ist ein Nebeneffekt von Transparenz.
Menschen sehen, wie Arbeit wirklich aussieht.
Und entscheiden sich dann bewusst dafür..
Die kulturelle Verarbeitung ist der eigentliche Kraftakt.

Der unterschätzte Effekt: Wirkung nach innen
Viele Organisationen denken bei Amtfluencern zuerst an Außenwirkung.
Doch ein Effekt wird häufig übersehen: die Wirkung innerhalb der Organisation.
Wenn Mitarbeitende ihren Alltag zeigen, passiert etwas Interessantes.
Kolleginnen und Kollegen erkennen sich wieder.
Situationen, die sonst nur intern wahrgenommen werden, werden sichtbar. Arbeit wird erklärbar.
Das kann Identifikation stärken.
Nicht durch Kampagnen.
Sondern durch Sichtbarkeit.
Fazit: Amtfluencer sind mehr als Social Media
Amtfluencer sind kein Social-Media-Trend.
Sie erfüllen eine Funktion, die Organisationen schon lange brauchen: Sie erklären, wie Arbeit tatsächlich funktioniert.
Nicht aus Sicht der Kommunikation.
Sondern aus Sicht der Menschen, die sie jeden Tag machen.
Genau deshalb können Amtfluencer drei Dinge gleichzeitig erreichen:
- mehr Verständnis für Organisationen
- mehr Vertrauen in ihre Arbeit
- mehr Interesse an ihren Berufen
Und manchmal beginnt Veränderung genau dort:
Wenn jemand einfach anfängt, seinen Arbeitsalltag zu zeigen.
🎙 Mehr dazu in unserem Podcast
In der aktuellen Folge sprechen wir mit Matthias Tobola, Straßenbahnfahrer und Corporate Influencer bei der BVG.
Er erzählt:
- warum er angefangen hat, seinen Alltag zu zeigen
- warum Ehrlichkeit auf Social Media entscheidend ist
- und warum sich inzwischen Menschen wegen seiner Videos bei der BVG bewerben
👉 Zur Podcastfolge: BVG: Next Level Amtfluencer: Wie ein Straßenbahnfahrer mit Social Media neue Kolleg:innen gewinnt #96
Solltest du Fragen oder Anmerkungen haben, schicke uns gerne eine E-Mail an hallo@amtshelden.de. Ihr kommt in eurer Stadt mit Social Media nicht wirklich voran? Dann haben wir vielleicht was für dich – schau dir mal unser Amtfluencer-Programm und unsere Webinare an.
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