Was Behörden über Storytelling lernen können
Auf dem Bildschirm läuft ein Shooter. Aber David Matei erklärt gerade keinen Spielzug. Er erklärt Bundeswehr.
Während im Hintergrund ein Counter-Strike-ähnliches Spiel zu sehen ist, macht er verständlich, warum auf eine Person im Kampf viele andere kommen, die den Einsatz überhaupt erst möglich machen: Sanität, Technik, Logistik, Versorgung.
Genau deshalb funktioniert seine Kommunikation: Er erklärt komplexe Sicherheitspolitik in einer Bildwelt, die seine Zielgruppe sofort versteht.
David Matei betreibt mit @sicherheitspolitik1 einen der sichtbarsten deutschsprachigen Social-Media-Kanäle für Sicherheitspolitik. Er spricht über Bundeswehr, NATO, Krieg, internationale Sicherheit, Desinformation und geopolitische Entwicklungen — also über Themen, die schnell schwer, abstrakt oder weit weg wirken können. Bei ihm wirken sie anders. Nicht, weil er sie vereinfacht, bis nichts mehr übrig bleibt. Sondern weil er einen Zugang findet. Eine Szene. Einen Vergleich. Ein Format, das zur Plattform passt und zur Zielgruppe.
Genau das macht seine Arbeit für Behörden so interessant. Denn auch Verwaltungen haben viele Themen, die für Bürger:innen relevant sind: neue digitale Services, veränderte Abläufe, Entscheidungen, Regeln, Aufgaben, Menschen, Verantwortung vor Ort. Aber Relevanz entsteht nicht automatisch. Ein Thema kann wichtig sein und trotzdem übersehen werden. Ein Service kann hilfreich sein und trotzdem nicht genutzt werden. Eine Erklärung kann korrekt sein und trotzdem nicht verstanden werden. Oft liegt es nicht am Inhalt. Es liegt am Einstieg.
David zeigt, wie man diesen Einstieg findet. Er startet nicht bei der internen Logik des Themas, sondern bei der Lebenswelt der Menschen, die er erreichen will. Er fragt nicht nur: Was muss gesagt werden? Sondern: Wie wird es verstanden? Welche Bildwelt ist vertraut? Welche Frage öffnet das Thema? Welche Situation macht es greifbar? Genau das ist gutes Storytelling. Nicht als Show. Nicht als Effekthascherei. Sondern als Übersetzungsleistung.
Gerade für Behörden ist dieser Punkt entscheidend. Öffentliche Kommunikation muss korrekt sein. Sie muss verlässlich sein. Sie muss professionell bleiben. Aber daraus folgt nicht, dass sie trocken, distanziert oder schwer verständlich sein muss. David beweist das mit einem Thema, bei dem man sich keine Beliebigkeit leisten kann: Sicherheitspolitik. Er erklärt fachlich sauber und erreicht trotzdem Menschen. Er macht komplexe Zusammenhänge zugänglich, ohne sie plattzumachen. Er nutzt Social-Media-Formate, ohne ins Alberne zu kippen.
Der Lernwert für Behörden liegt deshalb nicht darin, einzelne Formate zu kopieren. Es geht nicht darum, dass ein Amt jetzt auch ein Shooter-Video machen sollte. Das wäre meistens falsch und schnell peinlich. Der eigentliche Lernwert liegt tiefer: David denkt konsequent von der Zielgruppe aus. Er nimmt ein Thema, das Fachwissen braucht, und baut eine Brücke dorthin. Genau das brauchen Behörden auch.
Aus einer „Verfahrensumstellung“ kann eine Geschichte darüber werden, wie Bürger:innen künftig schneller ans Ziel kommen. Aus einem „digitalen Service“ kann eine konkrete Alltagssituation werden: weniger Wartezeit, weniger Papier, weniger Wege. Aus einer „neuen Vorgabe“ kann eine verständliche Erklärung werden: Was ändert sich, warum ist es wichtig, was bedeutet das für mich? Aus einem Blick hinter die Kulissen kann mehr werden als ein Teamfoto: eine Szene, die zeigt, welche Verantwortung Menschen im Amt jeden Tag übernehmen.
So wird Verwaltung nicht künstlich unterhaltsam. Sie wird verständlicher.
Und genau darum geht es bei gutem Infotainment. Nicht um Klamauk. Nicht um bunte Effekte. Nicht darum, jedes Thema auf Social Media aufzublasen. Sondern darum, Informationen so aufzubereiten, dass Menschen überhaupt einen Zugang finden. Es geht um Struktur, Verständlichkeit, Timing, gute Einstiege, passende Bilder und eine Sprache, die nicht nur intern funktioniert.
In seinem Webinar „Infotainment fürs Amt – Storytelling mit dem Smartphone“ zeigt David, wie aus komplexen oder trockenen Themen Inhalte werden, die verständlich sind und Aufmerksamkeit bekommen. Nicht mit riesigem Produktionsteam. Nicht mit Hochglanz. Sondern mit einem klaren Blick dafür, welche Geschichte in einem Thema steckt und wie man sie so erzählt, dass Menschen dranbleiben.
Denn daran entscheidet sich moderne Behördenkommunikation immer häufiger: nicht daran, ob eine Information irgendwo steht. Sondern daran, ob sie Menschen erreicht. Ob sie verstanden wird. Und ob sie hängen bleibt.
David Matei zeigt: Auch komplexe Themen können nahbar werden.
Wenn man sie richtig erzählt.
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