Bürgermeister am Mikrofon: Diese Podcasts gibt es in deutschen Kommunen
Podcasts gehören längst zum Kommunikationsmix vieler Städte und Gemeinden. Auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister entdecken das Format zunehmend für sich. Statt ausschließlich über Pressemitteilungen, Ratssitzungen oder klassische Interviews zu kommunizieren, sprechen sie direkt mit Bürgerinnen und Bürgern, Mitarbeitenden, Vereinen, Unternehmen oder anderen kommunalen Akteuren.
Doch wie verbreitet sind Bürgermeister Podcasts tatsächlich? Welche Kommunen setzen bereits darauf? Und was lässt sich aus den unterschiedlichen Formaten für die Behördenkommunikation lernen?
Wir haben uns dafür eine Auswahl von Bürgermeister und Oberbürgermeister Podcasts aus Deutschland genauer angesehen. Grundlage ist unsere Übersicht mit 33 Podcasts aus Städten, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften, die 2026 aktiv waren, pausieren, beendet wurden oder zumindest in den vergangenen Jahren produziert wurden.
Bürgermeister Podcast: Vom Interview bis zum Stadtgespräch
Bürgermeister Podcasts sind erstaunlich unterschiedlich. Einen einheitlichen Typus gibt es nicht.
Manche Formate setzen ganz klassisch auf Gespräche mit Gästen. Andere stellen aktuelle Themen aus der Stadt vor. Wieder andere geben einen persönlichen Einblick in den Arbeitsalltag des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin.
Das zeigt sich schon bei den Namen: „Leipzig und Leute“, „Augustiner Stadtgespräch“, „Offen gesagt“, „Rhein gehört“ oder „Hannover macht das!“ klingen ganz unterschiedlich und setzen entsprechend eigene Schwerpunkte.
Dabei ist das Grundprinzip immer ähnlich: Der Podcast schafft einen zusätzlichen Kommunikationsraum, in dem kommunale Themen ausführlicher und persönlicher erklärt werden können, als es beispielsweise auf Instagram oder in einer Pressemitteilung möglich ist.
33 Bürgermeister Podcasts im Überblick
Unsere Übersicht umfasst insgesamt 33 Podcasts aus deutschen Kommunen. Darunter befinden sich sowohl große Städte als auch kleinere Gemeinden.
Aktive Podcasts (Stand: August 2026)
Besonders interessant ist, dass viele der erfassten Formate auch 2026 noch aktiv sind. Dazu gehören unter anderem:
| Behörde | Bürgermeister:in | Podcast |
| Leipzig | Burkhard Jung | Leipzig und Leute |
| Essen | Thomas Kufen | Mit Essen spielt man nicht |
| Münster | Tilman Fuchs | Auf ein Wort mit Tilman Fuchs |
| Hanau | Maximilian Bieri | Auf ein Bieri |
| Flensburg | Fabian Geyer | FlensFrequenz |
| Sankt Augustin | Max Leitterstorf | Augustiner Stadtgespräch |
| Landau in der Pfalz | Lukas Hartmann | #immerwaslosinLD |
| Emden | Tim Kruithoff | Talk mit Tim |
| Maintal | Monika Böttcher | Böttcher & Cetiner: Das ist so…?! |
| Voerde | Dirk Haarmann | Offen gesagt |
| Dietzenbach | Dieter Lang | Bürgermeister Podcast |
| Wernigerode | Tobias Kascha | Wernigerode Podcast |
| Rheinbach | Daniel Phiesel | Rhein gehört |
| Limbach Oberfrohna | Gerd Härtig und Robert Volkmann | LOsreden |
| Heusenstamm | Steffen Ball | Bürgermeisterei 63150 |
| Meerane | Jörg Schmeißer | 08393 Rathaus Podcast |
| Brunsbüttel | Martin Schmedtje | Der RathausCast |
| Türkenfeld | Emanuel Staffler | Rathaus Podcast Türkenfeld |
| Bunde/ Weener | Uwe Sap/ Heiko Abbas | Abbas und Sap |
| Edingen-Neckarhausen/ Laudenbach | Florian König/ Benjamin Köpfle | Bürgermeister Buddies |
| VG Montabaur/ VG Wirges | Dr. Ulrich Richter-Hopprich/ Alexandra Marzi | Der Bürgermeister-Podcast |
| Wenzenbach/ Beratzhausen | Sebastian Koch/ Matthias Beer | Lerche und Bär |
Auch kleine Kommunen gehen auf Sendung
Besonders bemerkenswert ist die Größenordnung der Kommunen. Podcasts gibt es nicht nur in den großen deutschen Städten. Neben Leipzig, Essen, Münster, Frankfurt am Main oder Hannover finden sich in der Übersicht zahlreiche kleinere Kommunen. Brunsbüttel beispielsweise hat rund 13.000 Einwohner, Meerane rund 14.000 und Türkenfeld nur rund 3.600. Trotzdem gibt es dort eigene Podcastformate.
Genau darin liegt eine wichtige Erkenntnis für die kommunale Kommunikation: Ein Podcast ist nicht automatisch ein Format für große Pressestellen mit umfangreichen Kommunikationsabteilungen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob es Themen gibt, die sich für längere Gespräche eignen, und ob die Kommune bereit ist, regelmäßig Inhalte zu produzieren.
Warum Bürgermeister Podcasts interessant sind
Ein Podcast bietet etwas, das vielen klassischen Kommunikationskanälen fehlt: Zeit. Auf Social Media müssen Inhalte schnell funktionieren. Ein Instagram Reel dauert vielleicht 30 bis 90 Sekunden. Ein LinkedIn Beitrag muss innerhalb weniger Zeilen Interesse wecken. Eine Pressemitteilung folgt wiederum anderen Regeln.
Ein Podcast kann dagegen ein Thema über 20, 30 oder sogar 60 Minuten entwickeln. Das ist insbesondere für kommunale Themen interessant. Warum wird eine Straße umgebaut? Was steckt hinter einem neuen Bauprojekt? Wie funktioniert die Haushaltsplanung? Was bedeutet eine politische Entscheidung konkret für die Menschen vor Ort?
Solche Themen lassen sich im Gespräch erklären, einordnen und mit persönlichen Perspektiven verbinden. Gleichzeitig wird die Person hinter dem Amt sichtbarer. Ein Bürgermeister kann erzählen, welche Themen ihn beschäftigen, welche Herausforderungen ihn im Alltag erwarten oder warum ihm ein bestimmtes Projekt wichtig ist.
Das macht Verwaltungskommunikation nicht automatisch weniger professionell. Im Gegenteil: Gute persönliche Kommunikation kann komplexe Themen verständlicher und zugänglicher machen.
Der Bürgermeister wird zum Gastgeber
Ein weiterer interessanter Aspekt: Viele Podcasts funktionieren nicht allein über die Person des Bürgermeisters.
Der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin übernimmt häufig die Rolle des Gastgebers. Eingeladen werden beispielsweise Verwaltungsmitarbeitende, Vereine, Unternehmen, Kulturschaffende, Initiativen oder andere kommunale Akteure.
Damit wird aus dem Bürgermeister Podcast ein Stück Stadtkommunikation.
Genau das macht Formate wie „Leipzig und Leute“ oder „Augustiner Stadtgespräch“ interessant. Im Mittelpunkt steht nicht nur die politische Person, sondern die Stadt und ihre Menschen.
Für Kommunen kann das ein großer Vorteil sein. Denn ein Podcast muss nicht ausschließlich politische Botschaften transportieren. Er kann Geschichten erzählen, Menschen vorstellen und zeigen, was eine Kommune ausmacht.
Nicht jeder Podcast wird zum Dauerformat
Unsere Übersicht zeigt allerdings auch die andere Seite. Nicht alle Bürgermeister Podcasts, die einmal gestartet wurden, laufen dauerhaft weiter. Einige Formate pausieren, andere wurden nach einer bestimmten Anzahl von Folgen beendet.
Dazu gehören beispielsweise „MIKE CHECK“ aus Frankfurt am Main, „Hannover macht das!“ oder „O! wie Troisdorf“. Auch „Neu Ulm. Läuft!“ war als Miniserie angelegt. Das ist kein Zeichen dafür, dass Podcasts für Kommunen nicht funktionieren. Vielmehr zeigt es, wie wichtig eine realistische Planung ist.
Denn ein Podcast bedeutet regelmäßige Produktion. Themen müssen gefunden, Gespräche vorbereitet, Aufnahmen organisiert, Audios geschnitten und Folgen veröffentlicht werden. Dazu kommt die Kommunikation rund um die einzelnen Episoden. Ein Podcast sollte deshalb nicht gestartet werden, nur weil das Format gerade beliebt ist.
Was Kommunen vor dem Start klären sollten
Wer selbst über einen Bürgermeister Podcast nachdenkt, sollte zunächst einige grundlegende Fragen beantworten:
Was soll der Podcast leisten? Soll er aktuelle Themen erklären, den Bürgermeister persönlicher zeigen, Menschen aus der Kommune vorstellen oder politische Entscheidungen einordnen?
Wer ist die Zielgruppe? Bürgerinnen und Bürger haben andere Informationsbedürfnisse als Verwaltungsmitarbeitende, Kommunalpolitiker oder Unternehmen.
Welche Rolle übernimmt der Bürgermeister? Ist er Moderator, Gastgeber, Gesprächspartner oder alleiniger Sprecher?
Wie häufig kann das Format realistisch erscheinen? Eine monatliche Folge, die zuverlässig produziert wird, ist besser als ein ambitionierter Wochenrhythmus, der nach drei Monaten nicht mehr funktioniert.
Wie wird der Podcast weiterverwendet? Hier liegt ein besonders großes Potenzial. Aus einer Podcastfolge können kurze Videoclips, Zitate, Social Media Beiträge, Newsletter Inhalte oder Beiträge für die Website entstehen.
Damit wird aus einer einstündigen Aufnahme nicht nur eine Podcastfolge, sondern ein ganzer Content Baustein.
Bürgermeister Podcasts sind mehr als ein neuer Kanal
Die Übersicht zeigt: Bürgermeister Podcasts sind inzwischen in ganz unterschiedlichen Kommunen angekommen. Von der Großstadt bis zur kleinen Gemeinde, vom klassischen Interview bis zum persönlichen Stadtgespräch. Und vielleicht ist genau das die spannendste Entwicklung.
Der Podcast muss nicht zwangsläufig der nächste Kanal sein, den eine Kommune zusätzlich bespielt. Er kann vielmehr ein Format sein, aus dem viele andere Inhalte entstehen. Wer ein gutes Gespräch führt, hat anschließend Material für Social Media, die Website und den Newsletter. Vor allem aber entsteht Raum für Kommunikation, die in vielen anderen Formaten kaum möglich ist.
Unser Fazit: Bürgermeister Podcasts sind kein Selbstzweck. Richtig eingesetzt können sie kommunale Themen verständlicher machen, Persönlichkeiten sichtbar machen und Bürgerinnen und Bürger näher an ihre Verwaltung bringen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Brauchen wir auch einen Podcast?“
Sondern: „Welche Geschichten aus unserer Kommune sind es wert, dass wir ihnen mehr Zeit geben?“
Weiteren Podcasts
Neben den aktuell aktiven Formaten haben wir auch Podcasts erfasst, die pausieren oder bereits beendet wurden:
- Frankfurt am Main: „MIKE CHECK“
- Hannover: „Hannover macht das!“
- Troisdorf: „O! wie Troisdorf“
- Neu Ulm: „Neu Ulm. Läuft!“
- Offenburg: „Offen. Gesagt!“
- Wachtberg: „Wachtberg von A bis Z“
- Verbandsgemeinde Rülzheim: „Matthias Schardt trifft“
- Graben Neudorf und Linkenheim Hochstetten: „Eheim & Möslang“
- Münchberg: „Stadtliebe: Der Bürgermeister Podcast“
- Birkenwerder: „Birkenwerder Insights“
- Konradsreuth: „Bürgermeister Podcast“
Damit umfasst die zugrunde liegende Übersicht insgesamt 33 Bürgermeister Podcasts beziehungsweise kommunale Podcastformate.
Hinweis: Die Übersicht bildet den recherchierten Stand von August 2026 ab. Bei Podcasts können sich Veröffentlichungsstatus, Moderation und Formate kurzfristig ändern.
Solltest du Fragen oder Anmerkungen haben, schicke uns gerne eine E-Mail an hallo@amtshelden.de. Ihr kommt in eurer Stadt mit Social Media nicht wirklich voran? Dann haben wir vielleicht was für dich – schau dir mal unser Amtfluencer-Programm und unsere Webinare an.
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