Weissbuch-Award 2026: Gesucht werden Projekte, die wirklich etwas verbessert haben
In Verwaltungen entstehen jeden Tag Projekte, die Abläufe vereinfachen, Orte lebenswerter machen, neue Angebote schaffen oder Zusammenarbeit verbessern. Manche davon werden überregional bekannt. Viele andere funktionieren einfach – und bleiben außerhalb der eigenen Behörde weitgehend unsichtbar.
Genau diese Projekte sucht der Weissbuch-Award 2026.
Vom 22. September bis zum 13. Dezember 2026 können öffentliche Einrichtungen ihre Projekte einreichen. Amtshelden begleitet den Award als Partner. Julia Lupp gehört zur Jury in der Kategorie „Lebensqualität & Nachhaltigkeit“.
Dass es genügend Projekte geben dürfte, zeigt auch ein Blick in die aktuelle Studie „Behördenrealität 2026“. Dort sagen 83,6 Prozent von 1.875 befragten Beschäftigten, dass ihre Motivation hoch oder sehr hoch ist, in ihrer Verwaltung etwas zu bewegen. In den Antworten wird außerdem sichtbar, wie viele Beschäftigte Prozesse verändern, neue Werkzeuge ausprobieren und nach besseren Lösungen für ihren Arbeitsalltag suchen.
Der Weissbuch-Award setzt genau einen Schritt später an: bei den Dingen, die daraus bereits entstanden sind.
Gesucht wird, was in der Praxis funktioniert
Einreichungen sind in vier Kategorien möglich:
Öffentlicher Raum & Infrastruktur, Lebensqualität & Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur & Soziales sowie Digitalisierung & Transformation.
Das Spektrum ist damit bewusst breit. Gesucht wird nicht nur das große Digitalprojekt. Ein Projekt kann einen internen Ablauf verbessern, Beteiligung anders organisieren, ein konkretes Problem für Bürgerinnen und Bürger lösen oder das Leben vor Ort spürbar angenehmer machen.
Entscheidend ist auch nicht, wie groß das Budget war oder wie viel Öffentlichkeit ein Projekt bereits bekommen hat.
Bewertet wird vielmehr, was die Idee besonders macht, welchen gesellschaftlichen Nutzen sie schafft und ob andere öffentliche Einrichtungen etwas daraus lernen können. Im Award sind diese drei Kriterien als Innovationskraft, Public Value und Strahlkraft definiert.
Und gerade der letzte Punkt ist für uns spannend. Ein gutes Projekt muss nicht eins zu eins auf eine andere Verwaltung übertragbar sein. Oft reicht schon ein Ansatz, eine Entscheidung oder eine Arbeitsweise, bei der jemand anderes denkt: Das könnten wir bei uns auch ausprobieren.
„Unser Projekt ist dafür wahrscheinlich zu klein“ zählt nicht
Wir erleben bei Amtshelden immer wieder, dass gute Projekte innerhalb einer Verwaltung fast als selbstverständlich behandelt werden.
Ein Team hat einen komplizierten Prozess vereinfacht. Eine Stadt probiert eine neue Form der Beteiligung aus. Ein Landkreis schafft ein Angebot, das Bürgerinnen und Bürger wirklich nutzen. Eine kleine organisatorische Änderung spart plötzlich Woche für Woche Zeit.
Dann funktioniert es – und alle gehen zum nächsten Thema über.
Genau deshalb lohnt der zweite Blick.
Denn was für das eigene Team irgendwann Alltag geworden ist, kann für eine andere Verwaltung eine ziemlich gute Idee sein. Und manches Projekt, das intern als „gar nichts Besonderes“ wahrgenommen wird, zeigt nach außen sehr konkret, was öffentliche Verwaltung leisten kann.
Deshalb würden wir bei der Entscheidung für oder gegen eine Einreichung nicht zuerst fragen: Ist unser Projekt groß genug?
Wir würden eher fragen:
Hat sich dadurch etwas konkret verbessert?
Könnten andere Verwaltungen daraus etwas mitnehmen?
Sind wir als Team stolz darauf?
Wenn die Antwort darauf ja lautet, sollte man sich den Award genauer ansehen.
Besonders gespannt sind wir auf „Lebensqualität & Nachhaltigkeit“
Für uns bekommt der Award auch deshalb eine besondere Verbindung, weil Julia Teil der Jury in der Kategorie „Lebensqualität & Nachhaltigkeit“ ist.
Unter dieser Überschrift können sehr unterschiedliche Projekte zusammenkommen. Lösungen für den öffentlichen Raum gehören genauso dazu wie Klima- und Umweltprojekte oder Angebote, die ganz unmittelbar das tägliche Leben vor Ort verbessern.
Gerade hier würden wir uns wünschen, dass auch kleinere Kommunen und Projekte einreichen. Gute Ideen hängen nicht an der Einwohnerzahl einer Stadt und auch nicht daran, wie groß das zuständige Projektteam ist.
Nach Abschluss der Einreichungsphase bewertet eine unabhängige Jury die Projekte. Ausgezeichnet werden Gewinner in allen vier Kategorien. Jeweils zwei Personen der Gewinnerteams werden zur Preisverleihung am 2. März 2027 beim Kongress „Digitaler Staat“ in Berlin eingeladen. Zusätzlich wird aus den Kategoriegewinnern der Gesamtsieger „Gesellschaftliche Wirkung“ gewählt. Mit dieser Auszeichnung verbunden ist ein Spendenbetrag von 5.000 Euro, den das Gewinnerteam einer gemeinnützigen Organisation seiner Wahl zukommen lassen kann.
Also: Was funktioniert bei euch richtig gut?
Vielleicht ist es das Projekt, über das ihr ohnehin gerade viel sprecht.
Vielleicht aber auch genau das Gegenteil: eine Lösung, die seit einem Jahr läuft, die Kolleginnen und Kollegen längst für selbstverständlich halten und über die außerhalb eurer Verwaltung noch kaum jemand etwas weiß.
Schaut noch einmal hin. Welches Projekt hat bei euch tatsächlich etwas besser gemacht? Genau danach sucht der Weissbuch-Award 2026.
Solltest du Fragen oder Anmerkungen haben, schicke uns gerne eine E-Mail an hallo@amtshelden.de. Ihr kommt in eurer Stadt mit Social Media nicht wirklich voran? Dann haben wir vielleicht was für dich – schau dir mal unser Amtfluencer-Programm und unsere Webinare an.
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