Vertrauen entsteht dort, wo Verwaltung ein Gesicht bekommt
Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie das Vertrauen in Institutionen gestärkt werden kann. Häufig geht es dabei um große politische Fragen, strukturelle Reformen oder gesellschaftliche Trends. All das ist relevant. Gleichzeitig beginnt Vertrauen oft deutlich kleiner und konkreter.
Es beginnt dort, wo Menschen Verwaltung erleben.
Die Stadt Göttingen zeigt auf Social Media sehr anschaulich, was damit gemeint ist. Statt vor allem Strukturen zu erklären, zeigt der Kanal die Menschen hinter den Aufgaben. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen werden sichtbar, erzählen indirekt von ihrer Arbeit und machen greifbar, was Verwaltung täglich leistet.
Das verändert Wahrnehmung.
Denn viele Menschen haben kein Verhältnis zu „der Verwaltung“. Der Begriff bleibt abstrakt, anonym und emotional fern. Ein Gesicht dagegen ist konkret. Eine Person, die den Winterdienst organisiert, im Bürgerbüro arbeitet oder im Ordnungsdienst unterwegs ist, macht staatliches Handeln verständlich.
Genau hier liegt eine große Chance moderner Behördenkommunikation.
Wer Institutionen stärken will, sollte nicht nur über Institutionen sprechen. Er sollte die Menschen zeigen, die sie tragen.
Das ist keine Oberflächlichkeit. Es ist Übersetzung. Komplexe Systeme werden über Personen nachvollziehbar.
Gleichzeitig hat dieser Ansatz auch intern Wirkung. Mitarbeitende erleben Wertschätzung, wenn ihre Arbeit sichtbar wird. Teams identifizieren sich stärker mit dem eigenen Auftrag. Kommunikation wirkt damit nicht nur nach außen, sondern auch nach innen.
Natürlich ersetzt ein sympathischer Social-Media-Kanal keine funktionierenden Prozesse. Vertrauen entsteht nicht allein durch Bilder. Aber Kommunikation kann Zugänge schaffen, Vorurteile abbauen und Distanz reduzieren.
Gerade in einer Zeit, in der Institutionen schnell kritisiert und selten erklärt werden, ist das ein relevanter Beitrag.
Vielleicht liegt die Zukunft der Behördenkommunikation deshalb nicht nur in besseren Botschaften, sondern in mehr Gesichtern.
Solltest du Fragen oder Anmerkungen haben, schicke uns gerne eine E-Mail an hallo@amtshelden.de. Ihr kommt in eurer Stadt mit Social Media nicht wirklich voran? Dann haben wir vielleicht was für dich – schau dir mal unser Amtfluencer-Programm und unsere Webinare an.
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